Multimedia-Reportage, 2016

Ackerbunt

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Eine Scrolldoku über ein Kartoffelparadies auf über 3.000 Höhenmetern.

Im Hochland von Peru haben zwei Schwestern vom Volk der Quechua eine erstaunliche Lösung gegen den Klimawandel gefunden. Sie haben sich auf die Jahrtausende alten Landwirtschaftstraditionen ihrer Vorfahren zurück besonnen und damit dem Wassermangel und dem Hunger den Kampf angesagt. Wo vorher Brachland war, können sie nun wieder von der Vielfalt auf ihren Äckern leben, sind weder von Hilfsgeldern noch vom Markt abhängig. Ohne Chemikalien bauen sie mehr als 1000 verschiedene Gemüsesorten an, davon über 400 Sorten Kartoffeln. Und das wohl Erstaunlichste: Sie können sogar Wasser wachsen lassen, wie sie es nennen. Doch ihr kleines Paradies ist bedroht, unter ihm liegen Kupfer und Gold. Die Bergbaukonzessionen dafür sind schon verkauft.

Multimedia-Reportage, WDR / NDR, 2015

Vertreibung auf Kredit

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Die Multimedia-Reportage zur investigativen Weltbankrecherche von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung. Zehn Monate recherchierten wir gemeinsam in einem internationalen Team aus 50 Journalisten. Am Ende kam heraus: Die Weltbank schadet systematisch Menschen, denen sie eigentlich helfen sollte. Mehr als drei Millionen Menschen wurden weltweit durch Weltbankprojekte umgesiedelt oder verloren ihre Lebensgrundlage. Deutschland ist einer ihrer wichtigsten und mächtigsten Geldgeber, tat bisher aber nur wenig, um Vertreibungen zu verhindern.

Dokumentarfilm, WDR, 2014

Kinderaufstand

Die ehrenwerte Moral der Erwachsenen bringt Lourdes (16) nichts. Sie muss  Geld verdienen und das schon seit sie klein ist. Also engagiert sie sich in der bolivianischen Kindergewerkschaft und kämpft für die Legalisierung von Kinderarbeit. Sie möchte die nächste Vorsitzende werden und von den Politikern Taten einfordern. Ihre beste Freundin Cristina (16) arbeitet wie sie auf dem Friedhof. Cristina ist im neunten Monat schwanger, braucht aber dringend das Geld. Noch ist Alvaro  Gewerkschaftsvorsitzender. Doch nach zehn Jahren Karriere als Kinderarbeiter ist er nun volljährig  geworden und muss sein Amt abgeben.

Zwischen den Aufgeregtheiten des Erwachsenwerdens kämpfen sie gemeinsam für einen Pragmatismus, der verstörend wirkt. Schließlich gilt Kinderarbeit fast überall als Menschenrechtsverletzung – generell und überhaupt.

zum Film …

Ausstellung / Performance, Westfälischer Kunstverein, 2013

Liz Magic Laser

Die künstlerische Praxis der US-amerikanischen Video- und Performancekünstlerin Liz Magic Laser (*1981) zeichnet sich durch eine intelligente und kritische Reflektion aktueller politischer Umstände und gesellschaftlicher Strukturen aus. Ihre jüngsten Arbeiten beleuchten das Verhältnis zwischen den Medien und ihrem Publikum. In der vermeintlich objektiven Vermittlung von Nachrichten und Fakten identifiziert Laser traditionelle Schauspiel- und Performancetechniken sowie andere psychologische Strategien, die sich Nachrichtensprecher und Reporter aneignen, um den Zuschauer zu beeinflussen. Laser greift diese Techniken auf und macht sie in ihren Arbeiten sichtbar.

Im Zentrum der Ausstellung wird eine Videoinstallation auf der Grundlage einer Performance stehen, die Laser vor Ort in Münster inszenieren will. Gegenstand ist ein Dialog zwischen den Medien und der Öffentlichkeit, verkörpert durch eine Außenreporterin und den sprichwörtlichen »kleinen Mann von der Straße«, der für spontane und vermeintlich objektive Meinungsbilder der allgemeinen Bevölkerung herangezogen wird. Diese Begegnung wird theatralisch überhöht und entlarvt damit die suggestiven Mechanismen hinter scheinbar offenen Interviewfragen, die vielmehr eine öffentliche Meinung formen als sie zu spiegeln. Im Kunstverein wird eine Kulisse zwischen Nachrichtenstudio und Café installiert – ein hybrider Ort, an dem Nachrichten gemacht und diskutiert werden. Weitere Videoarbeiten der letzten zwei Jahre (»Push Poll«, 2013, »Stand Behind Me«, 2014) werden ebenfalls zu sehen sein.

Dokumentarfilm, Kinomaton, 2013

The First Sea

Nur 40 Kilometer ist das Meer entfernt, für Raneen und Wafaa ist es dennoch unerreichbar. Das Zuhause der beiden 13-jährigen Mädchen im Westjordanland hat durch die israelische Grenze keinen Zugang zur Küste.

Das Meer ist für alle da, heißt es. Für viele palästinensische Kinder bleibt der wenige Kilometer entfernte israelische Küstenstreifen dennoch Sperrgebiet: Alltag im Westjordanland. Der Film begleitet einen sondergenehmigten Tagesausflug ans Meer. Im mikrosozialen Fokus auf zwei 13-jährige Mädchen werden Widersprüche und komplexe Dynamiken eines festgefahrenen Konflikts spürbar.

arte / HR, Dokumentarfilm, 2011

Die Pfandleiher

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In jeder größeren Stadt gibt es sie, die Pfandleihhäuser. Während sich die globalisierte Finanzwelt in Grund und Boden spekuliert, boomt das Geldgeschäft im Leihhaus. Fast jeder hat schon einmal daran gedacht, immer mehr gehen wirklich hin. Für sie heißt der letzte Ausweg bei einem finanziellen Engpass: Pfandhaus. Bekannt für seine Intuition für skurrile Menschen und überraschende Momente hat Stanislaw Mucha das Treiben in drei Leihhäusern in München, Mannheim und im mittelfränkischen Dietenhofen mit der Kamera festgehalten.

Der muntere und unterhaltsame Besuch »in den geheimen Hinterzimmern« der Pfandleiher ist gleichzeitig ein tiefgründiger Blick auf die krisengebeutelte Befindlichkeit der heutigen Zeit.

Spielfilm, ZDF / Kleines Fernsehspiel, 2011

Pixelschatten

Pixel ist Blogger. Früher war er total angesagt, doch langsam verblasst der Kleinstadt-Ruhm. Seine Freunde fangen an zu studieren, zu arbeiten oder planen ein Auslandsjahr. Und Pixel? Der geht in die Offensive: Seine Blog-Einträge werden immer provokanter – bis es zur Kurzschlussreaktion kommt. In »Pixelschatten« erzählt Nachwuchsregisseur Anil Kunnel, was passiert, wenn digitale und reale Realitäten auseinanderdriften.